Zuerst möchte ich mich bei meiner Bulldogge Lola bedanken, dass sie so wunderbar eine ganz klassische Situation „modellmäßig“ dargestellt hat.
Ich denke, dass für die allermeisten Hundebesitzer ganz klar sein wird, was Lola möchte. Natürlich, sie möchte mit mir spielen. Auch ganz eindeutig: Bewege den Ball! Diese Dynamik ist förmlich aus dem Foto heraus zu spüren.
Was sehen wir aber noch?
Lolas Körperspannung ist doch nicht so ganz bei der Sache. Da sind wir uns einig, da geht mehr. Sie steht da mehr so locker rum, schaut mich zwar an, aber irgendwo fehlt da der Nachdruck. Ist mehr sowas wie: Na, passiert da noch was? Für Menschen, die Lola nicht kennen, darf ich ergänzen, dass sie eher die klare, manchmal grobe, aber immer sehr eindeutige Sprache spricht. Man sollte also annehmen, dass sie deutlich kommuniziert. und ja, liebe Lola, das machst du auch auf diesem Bild.
Hätten Sie es bemerkt?
Lola legt ihren Kopf schief. Sie zeigt mir damit, dass sie nicht weiß, was ich da mache. Völlig verständlich. Aus einem Spiel mit dem Ball heraus, zücke ich die Kamera und will sie fotografieren. Für Lola ist das ein Spielabbruch, nichts Tragisches, aber durch ihre Körpersprache (Spannung aus dem Körper ist raus und Schieflegen des Kopfes) zeigt sie mir, dass sie das in dem Moment nicht versteht.
Was bedeutet das?
Für den Menschen bestimmt eine Alltagssituation, welche positiv gemeint ist. Der Augenblick ist toll, der Hundeblick süß, lass uns ein Foto machen um zu zeigen, wie toll der Hund ist. Wir sind glücklich, wir haben mit dem Hund gespielt und ein tolles Bild geschossen. Passt. Perfekt!
Für den Hund bestimmt auch eine Alltagssituation, welche super mit einem Spiel begann, dann endete, wobei dem Hund hier ganz sicher nicht klar ist, warum. Zwangsläufig drängt sich die Frage auf, was habe ich falsch gemacht? Warum reagiert der Mensch mit Spielabbruch?
Fazit:
Natürlich ist dies ein minimaler Ausschnitt aus dem Leben. Einzeln betrachtet bringt er uns zu keine tiefgreifende Erkenntnis, jedoch sei angemerkt, dass wir Welpen beibringen ungewünschte Verhaltensweisen durch Spielabbrüche zu korrigieren. Wenn wir diesen Gedanken konsequent verfolgen, bedeutet dieser Spielabbruch, wir wollen nur die tolle Situation durch ein Foto festhalten, was auf den Hund wie ein Fehlverhalten wirkt. Wenn wir also diese Situation nicht hündisch aufklären, was sollte die Lola von uns denken?
Das sollte nur ein Beispiel für fehlerhafte Kommunikation zwischen Mensch und Hund sein. Der Mensch macht und verzeiht sich Fehler, was auch richtig ist, aber, die müssen wir auch dem Hund zugestehen, auch wenn uns das Verhalten dann nicht passt, weil wir oft nicht wissen, woher dieses Verhalten kommt.
Anmerkung des Autors: Wir haben nach dem Foto weiter gespielt und damit die Situation gerettet.
Ganz liebe Grüße Willy
